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23.01.2018

Bündnis für den Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt fordert umfassendes Programm von neuer Regierungskoalition

Gemeinsame Erklärung von BAG FORSA, bff, BKSF, DGfPI und Deutscher Kinderschutzbund

Anlässlich der diese Woche beginnenden Koalitionsverhandlungen haben wir uns zusammen mit der BAG FORSA, dem bff, der DGfPI und dem Deutschen Kinderschutzbund in einem Bündnis für den Schutz von Kindern vor sexualisierter Gewalt zusammengetan.

Bisher finden sich im Sondierungspapier von CDU/CSU und SPD nur wenige Ansatzpunkte für einen konsequenten Einsatz gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend. Deswegen fordern wir die drei Parteien in einer gemeinsamen Erklärung auf, sich auf ein umfassendes Programm zur Unterstützung Betroffener zu verständigen.

Wir brauchen eine langfristige, gesamtgesellschaftliche Strategie, um sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend ein Ende zu setzen. Wir brauchen eine verlässliche Finanzierung des Hilfesystems, wie etwa der Fachberatungsstellen, die eine wichtige Unterstützung und Beratung für die Betroffenen bieten. Sie werden gerne übersehen, wenn es um ihre Finanzierung geht.

Im Sondierungspapier finden sich gute Ansätze wie ein Aktionsprogramm zur Prävention und Unterstützung von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern. Aber es braucht mehr als das.

Deswegen fordern wir außerdem:

  • Ein Kindesmissbrauchsbekämpfungsgesetz, wie es der UBSKM bereits im Herbst forderte, zur Stärkung des Schutzes von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt, in dem u.a. das Amt einer/eines Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, die Strukturen der Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrats verstetigt und mit einem angemessenen Etat ausgestattet werden,
  • Einen flächendeckenden Ausbau und eine verlässliche und dauerhafte Finanzierung der vorhandenen spezialisierten Fachberatungsstellen, in denen sowohl Kinder als auch erwachsene Frauen* und Männer*, die von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend betroffen sind, Unterstützung finden,
  • Ein Opferentschädigungsrecht, das den Betroffenen sexualisierter Gewalt den Zugang zu Entschädigungsleistungen gewährleistet,
  • Spezifische Angebote für bisher unterversorgte Betroffenengruppen wie geflüchtete Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen, betroffene Männer etc.,
  • Die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention.

(23.01.2018)

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