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Unser Leitbild

Dieses Leitbild gilt für die Bundeskoordinierungsstelle der spezialisierten Fachberatungsstellen (BKSF), die zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend arbeiten.

Das Leitbild beschreibt die Grundsätze und Ziele der Zusammenarbeit in der BKSF.

Das Leitbild ist für die Arbeit der Bundeskoordinierung und die Zusammenarbeit der Geschäftsstelle, des Fachstellenrates und der 3 Verbände bff, BAG FORSA und DGfPI handlungsleitend.

Grundsätze unserer Arbeit:

Die Bundeskoordinierung ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Unser oberstes Ziel ist die Vertretung der Interessen der spezialisierten Fachberatungsstellen, die sich mit ihren Angeboten an Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend, aber auch an deren Bezugspersonen, an Unterstützer*innen und Fachkräfte wenden sowie Maßnahmen zur Prävention sexualisierter Gewalt, Fortbildung verschiedener Zielgruppen zum Thema und Unterstützung und Begleitung in Strafverfahren vorhalten.

Spezialisierte Fachberatungsstellen sind Beratungsstellen, deren zentrale Aufgabe die Beratung und Unterstützung von Betroffenen von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend ist. Spezialisierte Fachberatungsstellen arbeiten parteilich und sind zu Verschwiegenheit verpflichtet. Ihrer Arbeit liegen Qualitätsstandards1 zugrunde. Spezialisierte Fachberatungsstellen sind vor Ort in vorhandene fachliche Vernetzungen eingebunden. In den Fachberatungsstellen besteht qualifiziertes Wissen in den Bereichen Traumaberatung und/oder Traumatherapie.

Parteiliche Arbeit glaubt den Betroffenen, steht solidarisch auf deren Seite, nimmt sie ernst und anerkennt ihre Selbstbestimmungsrechte. Gewalterfahrungen werden nicht individualisiert, sondern immer im Kontext gesellschaftlicher Machtverhältnisse verstanden.

Sexualisierte Gewalt ist ein Ausdruck von Macht und Herrschaft, bei denen sexuelle Handlungen als Mittel zur Gewaltausübung missbraucht werden. Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das gesamtgesellschaftliche Lösungsstrategien erfordert. Wir treten ein für die Ächtung sexualisierter Gewalt und für die Belange Betroffener von sexualisierter Gewalt. Sexualisierte Gewalt verletzt Menschenrecht!

Unsere Arbeit in der Bundeskoordinierung basiert auf einem feministischen, gendersensiblen sowie herrschafts- und patriarchatskritischen Grundverständnis. Wir setzen uns ein für eine emanzipatorische, gewaltfreie, inklusive und humanistische Gesellschaft, in der alle Menschen selbstbestimmt und solidarisch leben und zusammenleben.

Wir setzen uns ein gegen alle Formen von sexueller oder sexualisierter Diskriminierungen und Benachteiligungen aufgrund von Geschlecht/Gender, sexueller Identität, Alter, Nationalität, Behinderung oder sozialer Schicht/Klasse.

Wir gehen kontinuierlich in die persönliche und fachliche Auseinandersetzung mit eigenen diskriminierenden Denk- und Verhaltensweisen sowie Rollenstereotypen und reflektieren gesellschaftliche Macht- und Gewaltverhältnisse.

Ziele unserer Arbeit:

  • gesamtgesellschaftliche Ächtung von sexualisierter Gewalt/ Abschaffung sexualisierter Gewalt

  • Enttabuisierung des Sprechens über sexualisierte Gewalt

  • Unterstützung und Stärkung der Arbeit der spezialisierten Fachberatungsstellen in vielfacher Weise, unter anderem durch Lobbyarbeit, Politikberatung und Öffentlichkeitsarbeit, bundesweite Vernetzungsmöglichkeiten

  • Verbesserung der psychosozialen und juristischen Versorgung aller Personen, die von sexualisierter Gewalt in Kindheit oder Jugend betroffen waren oder sind

  • Ausreichend viele, niedrigschwellig erreichbare und bedarfsgerechte spezialisierte Beratungsangebote für alle Betroffenen sexualisierter Gewalt (Mädchen, Frauen, Jungen, Männer, mit oder ohne Behinderungen, Migrations- oder Fluchthintergründen) in ganz Deutschland

  • Bedarfsgerechte Ausstattung und die finanzielle Absicherung der spezialisierten Fachberatungsstellen

Vernetzung und Zusammenarbeit:

Wir werden Entscheidungen in der Bundeskoordinierung basisdemokratisch und konsensual (in der Zusammenarbeit von Fachstellenrat, Geschäftsstelle und den Verbandsreferent*innen) treffen. Details regelt die Geschäftsordnung der Bundeskoordinierung.

Wir gestalten Entscheidungsprozesse und Diskussionen nachvollziehbar und transparent.

Unsere Zusammenarbeit in der Bundeskoordinierung ist geprägt von einer respektvollen, partnerschaftlichen, fachlichen und fehlerfreundlichen Atmosphäre und einer größtmöglichen Beteiligung und Mitbestimmung der spezialisierten Fachberatungsstellen.

 

Fußnoten:

1 Zu nennen sind hier u.a. die Qualitätsstandards/-kriterien des bff, der BAG FORSA und der DGfPI. Die Qualitätsstandards/-kriterien gelten für alle spezialisierten Fachberatungsstellen, die Mitglied in den Verbänden sind.

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