14.03.2019

Deutsche Bischofskonferenz will unabhängige Anlaufstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend einrichten

Zur Ankündigung des Bischofs Stephan Ackermann hinsichtlich einer Kooperation der katholischen Kirche mit unabhängigen Beratungsstellen:

Seit Jahren wird gefordert, dass die katholische Kirche sexualisierte Gewalt in ihren eigenen Reihen aufarbeitet, ihre Strukturen auf den Prüfstand stellt, Täter tatsächliche Konsequenzen erfahren und Betroffene Unterstützung, Hilfe und Entschädigung bekommen. Dem ist die katholische Kirche bisher nicht ausreichend gerecht geworden und der Umgang der katholischen Kirche mit sexualisierter Gewalt wurde von zahlreichen Seiten stark kritisiert – auch von Seiten der spezialisierten Fachberatungsstellen, die seit Jahrzehnten mit Betroffenen arbeiten und daher wissen, welche Konsequenzen das erlittene Unrecht in den Leben von Betroffenen haben kann und was wiederum Betroffenen tatsächlich helfen kann.

Für uns steht dabei aber außer Frage: Die Bischofskonferenz muss den Zugang für alle Betroffenengruppen zu unabhängiger Beratung kostenfrei in jeder Region und jeder Stadt ermöglichen. Beratungsstellen müssen eine angemessene, sichere Finanzierung erhalten und dabei unabhängig von der katholischen Kirche bleiben.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat letzte Woche Kontakt zu uns aufgenommen. Wir freuen uns auf konstruktive Gespräche mit Vertreter*innen der katholischen Kirche.