Newsletter von Bundeskoordinierung spezialisierter Fachberatungsstellen

Liebe Kolleg*innen, liebe Interessierte,

mit unserem Fachtag und unserer Dritten Fachstellenvollversammlung Ende Januar sind wir mit vollem Elan ins Jahr 2020 gestartet und freuen uns auch im Nachhinein noch über das große Interesse und die hohen Teilnahmezahlen. Dass zum Fachtag sowohl die Bundesfamilienministerin als auch der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Grußworte aussprachen, werten wir als echtes Zeichen der Anerkennung für die Arbeit der Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend im ganzen Land. Nachdem im Jahr 2019 und zum Ende der Kampagne 100% für Beratung unsere eigene Weiterfinanzierung zur Debatte stand, freuten wir uns zum Jahresbeginn über gute Nachrichten: die BKSF wird es auch mindestens die nächsten drei Jahre noch als durch das BMFSFJ gefördertes Projekt geben. Allerdings wird es zu schmerzlichen Einschnitten kommen. Denn ab 2021 wird es keine festen Stellenanteile mehr für die Vertreter*innen unserer Partnerverbände DGfPI e.V., BAG FORSA e.V. und bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe für ihre Mitarbeit in der BKSF geben. Für die kooperierenden Verbände steht uns ab 2021 ein kleines Budget zur Verfügung. Wir werden gemeinsam prüfen, wie wir damit die gute Zusammenarbeit weiterführen können. Was das für die BKSF, die Verbände und unsere Formen der Zusammenarbeit heißt, werden wir dieses Jahr ausführlich diskutieren. In jedem Falle bedauern wir diese Entscheidung, denn erst das Zusammenwirken der verschiedenen Akteur*innen hat es uns ermöglicht, so schnell so viele wichtige gemeinsame Projekte voranzubringen.

Wir bleiben gespannt und wünschen allen eine spannende Lektüre.

Das Team der BKSF

Neues aus der BKSF
Volles Haus beim BKSF-Fachtag 'Digitalisierung und spezialisierte Fachberatung' am 30.01.20

Wir hatten uns eine Menge vorgenommen und freuen uns sehr über die positive Resonanz: auf unserem Fachtag zum Thema Digitalisierung sollten sowohl die digitalen Dimensionen von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend als auch die Chancen und Potentiale digitaler Zugangswege für die Fachberatung beleuchtet werden. Dabei haben insbesondere Fachpraktiker*innen ihre Erfahrungen in Impulsvorträgen und Workshops vorgestellt. Besonders groß war die Resonanz auf einen Vortrag von Dorina Kolbe vom Betroffenenrat beim UBSKM, die einen der Anfangsvorträge zu den Auswirkungen von digital erstellten und verbreiteten Gewaltdarstellungen auf Betroffene hielt.

Welch große Relevanz das Thema hat, ließ sich an den Anmeldezahlen ablesen: mit 160 Anmeldungen war der Saal vollbelegt. Für einen guten Start in den Tag gaben uns sowohl die Bundesministerin Frau Dr. Giffey als auch der UBSKM Herr Rörig Grußworte mit auf den Weg und betonten die Wichtigkeit von Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum.

BKSF und UBSKM veröffentlichen 'Praxisleitfaden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Fachberatungsstellen'

Gemeinsam mit dem Arbeitsstab des UBSKM haben wir einen Praxisleitfaden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für spezialisierte Fachberatungsstellen entwickelt und auf unserem Fachtag am 30.01.20 der Öffentlichkeit vorgestellt. Er enthält viele Praxistipps für den Auf- und Ausbau einer gelingenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auch mit wenigen Ressourcen, aber auch Vorschläge zum Sprachgebrauch und Entgegnungen auf gängige Mythen im Themenfeld sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend. Viele Praktiker*innen haben mitgewirkt und dafür gesorgt, dass er für die Praxis sinnvoll und hilfreich ist. Dafür wollen wir uns noch einmal herzlich bedanken.

Der Leitfaden richtet sich an Mitarbeiter*innen aus spezialisierten Fachberatungsstellen, die ihre Presse- und Öffentlichkeitsarbeit - auch mit wenigen Ressourcen - weiter ausbauen und professionalisieren wollen. Aber auch für Mitarbeiter*innen aus Präventionsfachstellen und anderen Fachberatungsstellen mit spezialisiertem Angebot kann der Leitfaden eine gute Unterstützung sein. Wir stellen ihn als digitale Version zur Verfügung, er kann über unsere Webseite heruntergeladen werden.

Klares Votum für weitere Verhandlungen mit der Deutschen Bischofskonferenz

Es ging um einige große Themen bei der Dritten Fachstellenvollversammlung am 31.01.2020 in Berlin: neben der Frage nach gemeinsamen Qualitätskriterien spezialisierter Fachberatung standen vor allem die Verhandlungen mit der Deutschen Bischofskonferenz über die Schaffung unabhängiger Anlaufstellen für Betroffene in der katholischen Kirche im Mittelpunkt. Das BKSF-Team präsentierte den bisherigen Verhandlungsverlauf, erarbeitete Eckpunkte sowie "rote Linien" und stellte diese zur Debatte und erbat dann ein Stimmungsbild zur Frage, ob weiterverhandelt werden soll. Dass die Resonanz mit fünf Enthaltungen und keinen Gegenstimmen so deutlich positiv ausfiel, signalisierte uns, dass im bisherigen Prozess die fachlichen Kernanliegen der spezialisierten Fachberatungsstellen sinnvoll vertreten worden sind. Wir bedanken uns für das Vertrauen und die intensive Mitarbeit bei der Vollversammlung, die für alle Mitwirkenden der BKSF der wichtigste Tag im Jahr ist.

Auch die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards wird uns noch länger beschäftigen. Der bisherige Entwurf wurde auf der Vollversammlung vorgestellt und in einem Workshop diskutiert. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertreter*innen aus Fachberatungsstellen soll nun die Arbeit weiterführen. An der Teilnahme Interessierte können sich in der BKSF-Geschäftsstelle melden.

Gemeinsame Stellungnahme mit ECPAT zum strafrechtlichen Schriftenbegriff

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz hat im vergangenen Herbst einen Referentenentwurf zur Änderung des Strafgesetzbuches vorgelegt. Der Begriff der „Schriften“ soll durch den Begriff der „Inhalte“ ersetzt werden. Was zunächst wie eine Formalie klingt, hat für die Praxis erhebliche Auswirkungen. Fortan wird es leichter sein, rechtswidrige Handlungen über die modernen Kommunikationsformen (z.B. Telefonsexangebote und Werbung für Echtzeitübertragungen gegenüber Minderjährigen, Abrufen von strafbaren Inhalten im Internet ohne Speicherung im Arbeitsspeicher etc.) vom Strafrecht begrifflich zu erfassen. In unserer gemeinsamen Stellungnahme mit ECPAT e.V. haben wir außerdem gefordert, dass der Begriff der „Kinderpornographie“ durch die Begriffe „Darstellungen sexueller Ausbeutung von Kindern bzw. von Jugendlichen“ sowie „Darstellung sexuellen Missbrauchs von Kindern bzw. von Jugendlichen“ ersetzt wird. Dabei beziehen wir uns auf den ,Terminologischen Leitfaden für den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexualisierter Gewalt' von ECPAT e.V., an dem wir mitgearbeitet haben. Auch wenn wir uns mit dieser Forderung zum aktuellen Zeitpunkt nicht durchsetzen konnten, werden wir sie an den geeigneten Stellen immer wieder auf- und einbringen.

BKSF bundesweit
Was bringt der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen?

Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, haben beschlossen, verschiedene Gremien in ihren Häusern thematisch zusammen zu legen und zu bündeln. Die Bund-Länder-AG im BMFSFJ und die Gremien des UBSKM wurde Ende 2018 beendet. Im November 2019 haben BMFSFJ und UBSKM ihre Gremien im neuen Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen zusammengeführt. Der Nationale Rat soll laut Ministerium der Ort für den "langfristig angelegten interdisziplinären Dialog auf den Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen zur dauerhaften Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und deren Folgen" sein. Der Rat besteht aus aktuell 40 Vertreter*innen aus dem staatlichen und gesellschaftlichen Bereich  und soll bis Sommer 2021 eine Verständigung über konkrete Ziele und Umsetzungsschritte erarbeiten, um die Prävention, Intervention und Hilfen für betroffene Kinder und Jugendliche spürbar zu verbessern und die Forschung weiter voranzubringen. Auf dem Fachtag der BKSF bekräftigte Frau Dr. Giffey ihren Wunsch, dass der Nationale Rat ein durchsetzungsstarkes Gremium werden soll, das konkrete Verbesserungen erzielt.

Unser Trägerverein, die DGfPI e.V. ist mit zwei Vertreter*innen im Nationen Rat vertreten und wird BKSF-Mitarbeiter*innen in verschiedene Arbeitsgruppen entsenden. Die Arbeitsgruppen nehmen ihre Arbeit in 2020 auf. Der Betroffenenrat hat ebenfalls zwei Sitze im Nationalen Rat, von denen die BKSF-Mitarbeiterin Tamara Luding in ihrer Funktion als Betroffenenvertreterin einen Sitz übernimmt.

"Kraft, die ansteckend wirkt" - neues Netzwerk in Bayern

Nachdem mit BKSF-Unterstützung ein neues Netzwerk der Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg entstanden war, haben sich nun die Kolleg*innen aus dem Nachbarbundesland Bayern zusammengeschlossen. Über 30 Vertreter*innen von Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend reisten im Oktober 2019 nach Nürnberg um sich auszutauschen, sich zu vernetzen und sich gemeinsam zu organisieren.

Bei dem Treffen berichtete eine Kollegin aus Baden-Württemberg von der Entstehung, den Strukturen, den Aufgaben und bisher erreichten Zielen des Zusammenschlusses der spezialisierten Fachberatungsstellen in Baden-Württemberg. Am Ende des Treffens entschieden die Kolleg*innen in Bayern einstimmig, eine bayerische LAG der spezialisierten Fachberatungsstellen gegen sexualisierte Gewalt zu gründen. Wir gratulieren an dieser Stelle zur Gründung und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

ECPAT legt Schattenbericht an UN-Auschuss für Kinderrechte vor

ECPAT Deutschland e.V. hat einen Zivilgesellschaftlichen Bericht im Zusammenhang mit dem Fünften und Sechsten Staatenbericht Deutschlands zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes veröffentlicht und dafür mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, u.a. auch Katrin Schwedes von der BKSF, zusammengearbeitet.

Dieser Bericht nimmt auf die abschließenden Bemerkungen des entsprechenden UN-Ausschusses aus dem Jahr 2014 Bezug und erörtert die seither erzielten Fortschritte aus der Perspektive der Zivilgesellschaft. Der Bericht bewertet die Umsetzung des 'Fakultativprotokolls zum Übereinkommen über die Rechte des Kindes betreffend den Verkauf von Kindern, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie (OPSC)' durch die Bundesregierung. Der Ausschuss für die Rechte des Kindes wird ersucht, die Bundesregierung ausdrücklich auf die Schließung bestehender Lücken und Schwachstellen hinzuweisen.

Was passiert in Politik und Gesellschaft?
Rechte und Pflichten: Aufarbeitungsprozesse in Institutionen

Die Aufarbeitungskommission hat  Empfehlungen für eine gelingende Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs in Institutionen veröffentlicht. Darin geht es um die Fragen: Was bedeutet Aufarbeitung in Institutionen und was ist dabei zu beachten? Die Empfehlungen bieten ein Gerüst und informieren, woran jede Institution denken muss. Sie müssen auf die jeweilige Art und Größe der Institution angepasst werden.

Die Publikation steht  auf der Website der Kommission zum Download bereit. Die Empfehlungen können auch als Druckexemplar bestellt werden. Bitte schreiben Sie dazu eine Mail an kontakt@aufarbeitungskommission.de

Neue Kontaktdaten beim Fonds Sexueller Missbrauch

Es gibt neue Kontaktdaten beim Fonds Sexueller Missbrauch (FSM), der seit 01.01.20 nicht mehr beim BMFSFJ liegt, sondern ins Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) überführt wurde. Damit soll der Fonds nach eigener Angabe für die Zukunft gut aufgestellt werden. Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend im familiären Bereich können beim FSM Mittel aus dem Ergänzenden Hilfesystem beantragen. Viele spezialisierte Fachberatungsstellen unterstützen Betroffene bei der Antragstellung.

Die neue Postanschrift der Geschäftsstelle lautet: Geschäftsstelle Fonds Sexueller Missbrauch, Auguste-Viktoria-Straße 118, 14193 Berlin. Bereits versandte Post wird weitergeleitet. Die neue E-Mail-Adresse der Geschäftsstelle ist: kontakt-fsm@bafza.bund.de
Vorerst gelten die alte Telefonnummer und die alten Telefonzeiten weiter.

Nach eigener Angabe gibt es beim Fonds die folgenden Bearbeitungsstände zum Stand 31.01.20:

  • Erstanträge mit Eingang ab September 2019
  • Änderungs- und Ergänzungsanträge mit Eingang ab Juli 2018
  • Rechnungen mit Eingang ab September 2019.
Wir vor Ort – nun mit Standorten in acht Bundesländern

Die zweite Projektphase des Bundesmodellprojektes Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt (WvO) hat im Januar 2020 begonnen und die Auswahl war nicht leicht: 43 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet gingen in der WvO-Koordinierungsstelle ein. Zu den ersten drei seit Januar 2019 beteiligten Fachberatungsstellen in Pasewalk, Dannenberg und Ravensburg kamen fünf weitere hinzu, die nun bis Ende 2021 ihre Ideen zur Stärkung der Fachberatung in ländlichen Regionen umsetzen:

  • DREIST e.V., Bildungs-, Sozial- u. Beratungsarbeit, Eberswalde (Brandenburg),
  • WILDWASSER Chemnitz, Erzgebirge und Umland e. V., Chemnitz (Sachsen),
  • pro familia Landesverband Thüringen e.V., Kinder- und Jugendschutzdienst „Känguru“ im Landkreis Weimarer Land, Weimar (Thüringen),
  • Kreis Lippe, Fachbereich Jugend, Familie und Gesundheit, Fachstelle Kinderschutz, Detmold (Nordrhein-Westfalen),
  • Rauhreif e.V. Hilfe bei sexualisierter Gewalt, Ansbach (Bayern).

Am 28. und 29. Januar fand das erste gemeinsame Vernetzungstreffen mit allen Projektbeteiligten sowie Vertreter*innen des BMFSFJ, des Beirates und der BKSF in Berlin statt.

FortbildungsNetz.sG: Neue Datenbank für Fortbildungsangebote

Im September 2019 startete das Projekt „Aufbau, Pflege und Qualitätssicherung einer Datenbank über Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt“ der DGfPI in Zusammenarbeit mit der BZgA. Das Projekt wird von der BZgA mit Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Ziel ist es, im dritten Quartal 2020 eine übersichtliche Website zur Verfügung zu stellen, auf der sich interessierte Fachkräfte über aktuelle und passende Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend informieren können. Alle Referent*innen und Organisationen, die qualifizierte Fortbildungsangebote zu sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend anbieten, werden daher in den kommenden Monaten dazu eingeladen, sich zu beteiligen.

Koordiniert wird das Projekt von Catharina Beuster, die als Ansprechpartnerin gerne zur Verfügung steht: „Ich freue mich sehr darauf, mit dem Aufbau der Datenbank eine Plattform zu schaffen, durch die Fachreferent_innen und Organisationen ihre qualifizierte Bildungsarbeit zu sexualisierter Gewalt für interessierte Menschen und die Politik deutlich sichtbar und gut erreichbar machen können.“

DJI schreibt Entwicklung von Präventionsmodulen aus

Das Deutsche Jugendinstitut e.V. beabsichtigt im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung die Vergabe von jeweils drei Präventionskonzepten. Ausgehend von den empirischen Befunden aus den Erhebungen des Projektes „Peers als Adressatinnen und Adressaten von Disclosure und Brücken ins Hilfesystem“ sollen inhaltlich und methodisch fundierte Module für die praktische Präventionsarbeit in Zusammenarbeit mit den Projektreferentinnen erarbeitet, evaluiert und anschließend im Rahmen eines Werkbuches veröffentlicht werden. Ziel des Projektes ist es, durch neue Erkenntnisse zum Themenkomplex Anvertrauen von sexualisierten Gewalt Erfahrungen an gleichaltrige Peers, einen Beitrag zur Präventionspraxis zu leisten. Die Frist für die Abgabe der Angebote wurde verlängert und endet am 17. März um 14:00 Uhr.

Interessierte können über das Vergabeportal am Verfahren teilnehmen. Nachfragen können an Silvia Kießling gerichtet werden: silvia.kiessling@dji.de

"Neu in der Beratungsstelle"? Weiterbildungsreihe schult neue Mitarbeiter*innen

Welche Kompetenzen brauche ich eigentlich, um beruflich in die Fachberatung und Prävention bei sexualisierter Gewalt einzusteigen? Welches explizite und implizite Wissen und welche Haltungen, insbesondere zum Geschlechterverhältnis, benötige ich als "Neue*r" in der Fachberatungstelle? Diesen wichtigen Fragen widmet sich eine neue Weiterbildungsreihe, die die Fachberatungsstelle Zartbitter Münster gemeinsam mit der Uni Münster ausgearbeitet hat.  Entwickelt wurde sie im Rahmen eines partizipativen Forschungsprojekts, das sowohl mit Teams von Fachberatungsstellen als auch mit Jugendlichen, die in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe leben, Gruppendiskussionen geführt und ausgewertet hat.

Die Fortbildung begegnet damit aus unserer Sicht zwei wichtigen Fragen, nämlich: wie kann der anstehende Generationenwechsel in vielen Fachberatungsstellen unterstützt und begleitet werden? Und wie kann dabei die fachliche Expertise weitergegeben werden, die auch darauf gründet, sexualisierte Gewalt im Kontext gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse zu begreifen? Wir unterstützen das Projekt durch die Mitarbeit im Beirat und steuern juristische Expertise zur Weiterbildung bei.

Für den ersten Durchlauf der Weiterbildung zum vergünstigten Preis ist die Anmeldung ab jetzt bis Anfang April geöffnet und es gibt noch freie Plätze. Alle weiteren Infos gibt es hier.

Außerdem
Videoempfehlungen zum Thema dissoziative Identitätsstörung und organisierte und rituelle Gewalt

Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen ist die Anwendung schwerster sexualisierter Gewalt. Sie beginnt oft im frühesten Kindesalter und wird häufig mit einem ideologischen Überbau und rituellen Charakter verknüpft. Auch in Fachberatungsstellen und bei Therapeut*innen kommen viele Berichte und Erfahrungen über solche Gewaltnetzwerke von Betroffenen und Unterstützer*innen an. Als Thema ist es jedoch weiterhin tabuisiert und unterbeleuchtet. Viele Betroffene erfahren keinen Glauben und keine Unterstützung. Um die Problematik sichtbar zu machen und zu verdeutlichen, welcher Handlungsbedarf besteht, haben Die Kinderschutz-Zentren  und ECPAT Deutschland ein Erklärvideo veröffentlicht.

Wie wichtig es ist, dass Betroffene sprechen, ihr Erlebtes und ihr Leiden für die Gesellschaft verständlich machen, wissen wir in und aus Fachkreisen schon lange. Für den Bereich ritualisierte und organisierte Gewalt war eine der Vorreiter*innen „Nicki und die Bärenbande“. Die Nickis und viele andere haben dazu beigetragen, dass das Thema in der Fachwelt angekommen ist. Die Videos aus dem Youtube-Kanal von Funk, dem Online-Medienangebot von ARD und ZDF, über Nelle, Billi und die anderen können einen Einblick in das Leben eines Menschen geben, der*die mit DIS lebt und sind damit nicht nur für die Fachwelt, sondern auch für Betroffene und alle anderen ein echter Gewinn.

BKSF - Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend Uhlandstraße 165/166,
10719 Berlin
Telefon: 030/88 91 68 66,
Fax: 030/88 91 68 65

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